Copper Mountain sollte lediglich das Nordamerika-Intermezzo eröffnen, doch der Doppelauftakt in Super-G und Riesenslalom hat mehr geliefert: klare Signale im Speed, ein österreichisches Märchen mit spätem Happy End, ein wiedererstarkter Henrik Kristoffersen – und ein Marco Odermatt, der auch im olympischen Winter sofort die Referenz bleibt.

Super-G — Odermatt bleibt das Maß

Der erste Speed-Wettkampf der Saison brachte den erwarteten Ausgang: Marco Odermatt gewann in 1:07,70, acht Hundertstel vor Vincent Kriechmayr und dreizehn vor Raphael Haaser. Ein nahezu perfekter Lauf auf typischem Copper-Schnee – trocken, hart, hoch gelegen – und ein souveräner Start in seinen Kampf um weitere Kristallkugeln.

Super-G Copper Mountain — Top 10

1. Marco Odermatt (SUI) — 1:07.70

2. Vincent Kriechmayr (AUT) — +0.08

3. Raphael Haaser (AUT) — +0.13

4. Stefan Babinsky (AUT) — +0.39

5. Fredrik Møller (NOR) — +0.41

6. Lukas Feurstein (AUT) — +0.45

7. Stefan Rogentin (SUI) — +0.58

8. Guglielmo Bosca (ITA) — +0.61

9. Franjo von Allmen (SUI) — +0.75

10. Ryan Cochran-Siegle (USA) — +0.83

Österreich präsentierte sich geschlossen und stark: Kriechmayr, Haaser, Babinsky, Feurstein und Hemetsberger in den Top 15 – ein deutlicher Fingerzeig für den Speed-Block in Beaver Creek. Die Schweiz punktete mit Rogentin und von Allmen doppelt, Italien blieb konstant, Norwegen erlebte Kildes symbolische Rückkehr in den Weltcup-Speed – noch ohne Ergebnis, aber mit Bedeutung.

Für Deutschland war Copper ein kontrollierter Einstieg: Simon Jocher holte Punkte (20.), Brodie Seger bei den Kanadiern und River Radamus bei den USA rundeten ein solides nordamerikanisches Bild ab.

Riesenslalom — Brennsteiner schreibt seine Geschichte

Der Sonntag gehörte einem Mann, der lange gewartet hat: Stefan Brennsteiner, 34 Jahre alt, feierte in Copper Mountain seinen ersten Weltcup-Sieg. Schnellster im ersten Lauf, abgeklärt im zweiten – ein Triumph, der im österreichischen Team für echte Freude sorgte.

Henrik Kristoffersen meldete sich ebenfalls zurück: sauber, schnell, technisch klar. Sein zweiter Platz ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass der Kampf um die Riesenslalom-Kugel offener bleibt, als es nach Sölden schien.

Riesenslalom Copper Mountain — Schlüsselresultate

1. Stefan Brennsteiner (AUT) — 2:30.98

2. Henrik Kristoffersen (NOR) — +0.95

3. Filip Zubčić (CRO) — +1.00 (13 → 3)

4. Marco Schwarz (AUT) — 2:32.00

5. Alex Vinatzer (ITA) — +1.16

7. Léo Anguenot (FRA) — +1.34

DNF1. Marco Odermatt (SUI), Timon Haugan (NOR), weitere Favoriten früh ausgeschieden.

Die große Überraschung: Odermatts Ausfall im ersten Lauf. Ein seltener Fehler, aber ein starkes Signal dafür, dass die Riesenslalom-Saison nicht im Alleingang entschieden wird. Brennsteiner übernimmt dank seines Sieges das rote Trikot (150 Punkte), vor Schwarz (130), Kristoffersen (116) und Odermatt (100).

DACH-Perspektive

Österreich erlebt eine der erfolgreichsten Wochenenden seit Jahren: Sieg im Riesenslalom, drei Läufer in den Top 4, starke Speed-Weite. Die Schweiz punktet breit, hat aber mit dem Ausfall Odermatts einen Warnschuss erhalten. Deutschland zeigt sich ausgeglichen: Alexander Schmid (10.) bleibt ein GS-Fixpunkt, Anton Grammel bestätigt seine Entwicklung.

Was Copper wirklich bedeutet

Odermatt bleibt der Gesamtführende und die zentrale Figur des Winters. Doch die Disziplin-Hierarchien bleiben offen: Kristoffersen ist zurück, Brennsteiner setzt ein Ausrufezeichen, Österreich zeigt Tiefe, die Schweiz Stabilität. Italien und Frankreich bleiben im erweiterten Kreis, ohne bereits dominieren zu können.

Mit Blick auf Beaver Creek ist klar: Der olympische Winter hat seine Konturen – aber noch lange nicht seine Ordnung.