Zwei Wochen vor Sölden hat es vor allem hinter den Kulissen gerumpelt. Die FIS verliert ihren Herren-Renndirektor, die WM in Crans-Montana den Präsidenten ihres Organisationskomitees. Auf Schnee stellt Mikaela Shiffrin ihren Winter um, und zwei Italienerinnen von Rang fehlen beim Auftakt.
Hinter den Kulissen
Markus Waldner tritt als Herren-Renndirektor ab
Markus Waldner gibt sein Amt als FIS-Renndirektor der Herren ab, das er seit 2014 innehatte. Er verweist auf den wachsenden Druck und sagt, ihm fehle die Energie, eine ganze Saison so zu führen, wie er es möchte: „Ich treffe diese Entscheidung nicht leichtfertig.“ Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Bis dahin betreut Damen-Renndirektor Peter Gerdol auch die Herren. Waldner bleibt in der Übergangszeit unterstützend dabei, über eine neue Funktion innerhalb der FIS wird gesprochen (FIS-Aussendung, via Laola1).
Der 63-jährige Südtiroler hinterlässt Spuren, wie sie zu einem so exponierten Amt passen. Sein schwerstes Dossier war die Sicherheit. Nach den Stürzen in Bormio Ende 2024 ärgerte er sich über Kritik: „Sollen wir kein Rennen mehr machen?“ Wenige Wochen später räumte er ein: „Vielleicht haben wir die Grenzen überschritten.“ Eine Figur, so umstritten wie geschätzt (ORF, Tiroler Tageszeitung, Laola1).
Crans-Montana: OK-Präsident tritt zurück
Vier Monate vor der WM tritt Claude-Alain Schmidhalter (62) mit sofortiger Wirkung als Präsident des Organisationskomitees zurück. Dem Vizepräsidenten von Swiss-Ski wird vor Gericht Betrug und ungetreue Geschäftsführung vorgeworfen. Es geht um sein Ingenieurbüro, nicht um die WM. Er sieht keine Schuld bei sich, aber: „Ein OK-Präsident, der wenige Monate vor den Titelkämpfen auf unbestimmte Zeit im Ausstand ist, schadet dem Projekt.“ Swiss-Ski hatte ihn bereits von allen Ämtern suspendiert. Interimistisch übernehmen Sebastian Rey und Diego Züger (Laola1).
Kalender fix, und sechzig Kerzen
In Genf hat die FIS den Kalender der Saison 2027 bestätigt, im Wesentlichen wie im April angekündigt. Narvik bleibt für den 12. und 13. März im Programm, der genaue Austragungsort steht aber noch nicht fest. Die Wildcard-Regeln sind geklärt: Startnummer 31, vier pro Disziplin, und eine weniger für jede Platzierung außerhalb der Top 30. Die Saison steht zudem im Zeichen von 60 Jahren Weltcup: Das erste Rennen war am 5. Januar 1967 in Berchtesgaden, ein Slalom, den der Österreicher Heinrich Messner gewann. Die Kristallkugeln sollen im Fernsehen und, wo möglich, vor Ort stärker zur Geltung kommen (FIS).
Athleten
Mikaela Shiffrin fährt weniger Slalom
Mikaela ShiffrinUSA setzt stärker auf Riesentorlauf und Super-G. Die ersten Slaloms des Winters in Levi und Gurgl lässt sie aus, einsteigen will sie erst Ende November bei ihrem Heimrennen in Killington. Sie spricht von einer „Saison des Ausprobierens“, mit der WM in Crans-Montana im Blick, und will mehr Zeit zur Erholung. „Ich versuche etwas Neues, um mich als Rennfahrerin weiterzuentwickeln“, sagte sie in einem Video. „Die Freude lag für mich nie nur an Medaillen oder Rekorden“ (APA, via Laola1).
Beim Medientag ihres Ausrüsters Atomic in Altenmarkt ging sie weiter. Sie akzeptiere, den Gesamtweltcup womöglich nicht mehr zu gewinnen; er rücke in den Hintergrund. Ausschließen will sie ihn nicht, sollte der Winter gut laufen. In der Vorsaison holte sie 1.080 ihrer 1.534 Punkte im Slalom (APA, via Laola1).
Goggia und Brignone fehlen in Sölden
Die zwei Viren, die Sofia GoggiaITA in Argentinien gestoppt haben, sind nun bekannt: das Chikungunya-Virus, übertragen von einer Mücke, und das bei Erwachsenen seltene Parvovirus B19. Gegenüber Sky Sport sagte sie, es gebe kein Heilmittel, sie müsse abwarten. Die akute Phase ist vorbei, doch die Nachwirkungen bleiben (Laola1). Nach einem Monat Pause trainiert sie seit dem vergangenen Wochenende wieder, aber noch nicht voll (APA, via Laola1).
Auch Federica BrignoneITA, Doppel-Olympiasiegerin im Februar, verzichtet auf den Auftakt. Am 25. August wurde ihr die Platte aus dem Bein entfernt; im November steigt sie wieder ins Schneetraining ein, ein Renn-Comeback ist nicht terminiert. Zurückkehren will sie erst, wenn sie vollkommen fit ist (Festival dello Sport in Trient, via Laola1).
Kurz notiert
Lindsey VonnUSA steht im A-Kader der USA, obwohl ihr vermutlich im November eine weitere Operation mit rund neun Monaten Pause bevorsteht. Ob sie je wieder Weltcuprennen fährt, ist offen (Laola1). Die Norweger Thea Louise StjernesundNOR und Timon HauganNOR ziehen nach Salzburg und wollen dort den Rest ihrer Karriere verbringen. Danach geht es zurück nach Norwegen (Verdens Gang, via Laola1).
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