Elf Monate nach ihrem schweren Sturz in St. Moritz hat Michelle Gisin am Dienstag auf dem Titlis ihren Rücktritt erklärt. In Lappland erhielt die Weltcup-Piste von Levi am Donnerstag grünes Licht vom Internationalen Ski- und Snowboardverband (FIS), ohne dass ein Kontrolleur anreisen musste. Dazwischen nützen die Besten eine dreiwöchige Pause. Franjo von Allmen wurde von den Skijournalisten zum Skieur d’Or gekürt.
Athletinnen und Athleten
Michelle Gisin beendet ihre Karriere
Ein Comeback wird es nicht geben. Die 32-jährige Michelle GisinSUI aus Engelberg hat am Dienstag, dem 3. November, ihren Rücktritt verkündet, bei einer Medienkonferenz auf dem Titlis über ihrem Heimatort, wie das SRF berichtete. Seit ihrem Sturz im Abfahrtstraining von St. Moritz am 11. Dezember 2025 war sie kein Rennen mehr gefahren. Eine Rückkehr hätte laut SRF wohl noch ein, vielleicht zwei Jahre gedauert.
Sie sei vor allem dankbar für die Jahre auf höchstem Niveau, sagte Gisin. Und mit einem Augenzwinkern: „Ich bin froh, in Zukunft die Pisten selbst auswählen zu können.“ Ganz verlässt sie den Weltcup nicht. Sie wird die Rennen ihres Lebensgefährten, des Italieners Luca De Aliprandini, begleiten. Bei der Heim-WM in Crans-Montana im Februar ist sie in neuer Rolle dabei, mit Interviews im Zielraum und im Abendprogramm. Swiss-Ski würdigte ihre 13 Weltcup-Saisonen in einer Mitteilung, die Ski Racing Media zitiert.
Auch Liene Bondare hört auf
Auch Liene BondareLAT, 30, hat ihr Karriereende verkündet, kurz vor dem Auftakt in Sölden auf Instagram, wie Tips berichtete. Die Lettin bestritt die Olympischen Spiele 2022 in Peking und 2026 in Mailand-Cortina sowie sieben Weltmeisterschaften. Ihr bestes WM-Ergebnis war Platz 27 in Saalbach 2025. Ihr Weltcupdebüt gab sie 2017 in Levi. Skifahren sei für sie nie nur ein Sport gewesen, sondern ihre Leidenschaft, schrieb sie.
Drei Wochen Pause: Jeder nach seinem Plan
Nach dem Auftakt in Sölden geht der Weltcup in Levi in Finnland weiter, mit dem Damen-Slalom am Samstag, dem 14. November, und dem Herren-Bewerb tags darauf. Die FIS hat mehrere Läuferinnen und Läufer gefragt, wie sie die Pause nützen. Paula MoltzanUSA, Siegerin des Riesentorlaufs zum Auftakt, war acht Tage daheim in Vermont. Danach kehrt sie nach Sölden zurück, vielleicht auch nach Gurgl, bevor es nach Lappland geht. Emma AicherGER, Dritte in Sölden, wechselt im Training zwischen Super-G und Slalom und reist erst am Montag der Rennwoche nach Levi.
Atle Lie McGrathNOR blieb für Super-G-Training in Sölden, danach folgen einige Tage in der Skihalle SNØ bei Oslo. Henrik KristoffersenNOR gönnt sich eine Woche zu Hause, dann zwei Wochen Training. Loïc MeillardSUI, Zweiter im Riesentorlauf von Sölden, begann mit einer Woche Konditionstraining ohne Schnee. Laura PirovanoITA, Gewinnerin der kleinen Kristallkugel in der Abfahrt, trainiert ab 9. November in Copper Mountain in Colorado. Mikaela ShiffrinUSA lässt den Slalom von Levi aus und steigt in Killington am 28. und 29. November wieder ein.
Orte und Kalender
Levi: Grünes Licht aus der Ferne
Die Slaloms von Levi finden statt. Die Piste Levi Black hat am Donnerstag, dem 5. November, die Schneekontrolle der FIS bestanden, sagte Renndirektor Petri Tuomikoski der Regionalzeitung Lapin Kansa. Eine Delegation vor Ort gab es nicht. „Eine Drohne ist über die Rennpiste geflogen, danach bekamen wir den Genehmigungsstempel“, so Tuomikoski.
Der milde Herbst hat die Reserven nicht aufgezehrt. Für das Rennen waren 60.000 bis 70.000 Kubikmeter Schnee eingelagert, und seit Sonntag, dem 1. November, wird er auf der Piste verteilt, schreibt dieselbe Zeitung. Offen ist nur noch ein Plan B: Die Läuferinnen und Läufer würden dann mit dem Auto statt mit dem Sessellift hinaufgebracht. Die Entscheidung fällt nächste Woche.
Auszeichnungen
Franjo von Allmen ist Skieur d’Or
Franjo von AllmenSUI ist Skieur d’Or 2026. Die Internationale Vereinigung der Skijournalisten (AIJS) kürte ihn zum Skifahrer der Saison, teilte die FIS am 30. Oktober mit. Die Trophäe würdigt Leistungen, Ausstrahlung und einen konstruktiven Umgang mit den internationalen Medien. Der 25-Jährige aus Boltigen, dreifacher Olympiasieger von Mailand-Cortina, lag nur wenige Stimmen vor der Italienerin Federica Brignone, der Siegerin des Vorjahres.
Er ist der erste Speed-Spezialist seit dem Franzosen Luc Alphand 1997 und dem Österreicher Matthias Lanzinger 2008. Mit ihm geht der seit 1963 vergebene Preis zum neunten Mal an die Schweiz, berichtete La Télé. Überreicht wird die Trophäe im Lauf der Saison.
Den Prix Armando Trovati für das beste Skifoto des Winters vergab die AIJS an den Mailänder Fotografen Mattia Ozbot. Sein Schwarz-Weiß-Bild zeigt den Schweden Felix Monsen in der Abfahrt von Gröden am 20. Dezember 2025, wie im Sprung ins Leere vor den Dolomiten.
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