Makellos blauer Himmel, Lärchen, die sich golden färben, noch grüne Wiesen: Am Freitagmorgen wirkte Sölden wie im Spätsommer. Das Thermometer rückt das Bild zurecht, mit 7 °C im Ort auf 1377 Metern. Und, kurios: ebenfalls 7 °C am Fuß des Gletschers, weit höher oben. Die Höhe machte an diesem Tag keinen Unterschied.
Oben fällt der Kontrast sofort ins Auge. Unter kobaltblauem Himmel erinnern die ocker- und braunfarbenen Hänge, auf den Graten kaum angezuckert, ein wenig an den marokkanischen Atlas. Mittendrin zieht sich die Weltcuppiste hinunter, ganz in Weiß, bereits von ihren roten Sicherheitsnetzen gesäumt, die Schneekanonen am Rand aufgereiht.
Unten erwacht der Zielbereich. Die Tribüne steht, der Parkplatz ist voll, die Restaurantterrasse ist in der Sonne gedeckt, und gestapelte Absperrgitter warten darauf, aufgestellt zu werden. Die Shuttles aus dem Tal setzen ihre Fahrgäste ab: Eine Woche vor dem Auftakt liegt auf dem Gletscher schon Vorabendstimmung.
Die FIS gab am Donnerstag, 15. Oktober, grünes Licht, ohne Vorbehalt. Die Damen eröffnen die Saison am Samstag, 24. Oktober, mit einem Riesentorlauf, die Herren folgen am Sonntag, 25. Oktober.
Im übrigen Skigebiet meldet Sölden 8 von 31 Anlagen in Betrieb und knapp 24 von 147 Kilometern: Hier beginnt der Winter mit einer einzigen Piste, und zwar mit dieser.
Alle Rennen der Saison, mit dem Stand ihrer Schneekontrolle, in unserem Kalender.