Knapp einen Monat vor dem Saisonstart drehte sich die Woche vor allem um die Gesundheit. Marcel Hirscher fährt in Argentinien Riesenslalom, während in Genf über seinen Status beraten wird. Sofia Goggia kennt endlich die Ursache ihrer Erschöpfung, und Camille Cerutti verpasst den ganzen Winter.

Athleten

Marcel Hirscher: Riesenslalom-Training in Ushuaia

Nach einigen Tagen in Skihallen in den Niederlanden trainiert Marcel HirscherNED (37) in Ushuaia Riesenslalom, auf einer Piste, die er sich mit dem französischen Frauenteam teilte. Der gebürtige Halleiner, Sohn eines österreichischen Vaters und einer niederländischen Mutter, besitzt beide Staatsbürgerschaften und startet seit 2024 für die Niederlande. Laut Heute war er seit seiner Zeit im ÖSV-Team nicht mehr zum Training in Ushuaia. Ein Comeback ist offiziell nicht bestätigt. Der Herren-Riesenslalom in Sölden findet am 25. Oktober statt (Heute, Laola1).

Sofia Goggia: zwei Virusinfektionen als Ursache

Die Olympiasiegerin und Super-G-Kugelgewinnerin Sofia GoggiaITA hatte das Speed-Camp der Italienerinnen in Ushuaia, wo sie seit dem 23. August war, am 12. September verlassen, weil eine starke Erschöpfung kein Training mehr zuließ. Am 25. September nannte der italienische Wintersportverband FISI die Diagnose. Untersuchungen in Mailand, in der Klinik La Madonnina und im Krankenhaus San Raffaele, ergaben zwei verschiedene Virusinfektionen, deren Wirkungen sich addierten und sie stark schwächten. Welche Viren es sind, teilte die FISI nicht mit.

Goggia hat bereits ein Aufbauprogramm begonnen, erstellt mit der Medizinischen Kommission des Verbands unter Andrea Panzeri. Auf Instagram schrieb sie, sie bedauere den Verlust eines Teils der Vorbereitung, sei aber mit ihrer ersten Woche auf Schnee zufrieden; nun brauche es Zeit und „viel Geduld“ (L’Eco di Bergamo). Ein Rückkehrdatum gibt es nicht.

Camille Cerutti: Saison vorbei, bevor sie begonnen hat

Die französische Speed-Spezialistin Camille CeruttiFRA verletzte sich am Mittwoch beim Training in Ushuaia am linken Knie, bei der Landung nach einer Welle und ohne Sturz. In den sozialen Netzwerken erklärte sie ihren Winter 2026/27 nach nur zehn Skitagen in diesem Sommer für beendet; sie ist zur Behandlung nach Frankreich zurückgekehrt. Die genaue Diagnose nannte sie nicht, die Regionalzeitung Le Dauphiné libéré berichtet von Kreuzband und Meniskus. Vier Jahre nach ihrer schweren Verletzung am rechten Knie bei den Spielen in Peking sei es diesmal eben das linke, „so bin ich wenigstens ausgeglichen“. Ihr Ziel ist nun der Winter 2027/28 (Top Ski News).

Regeln und Material

Schnittschutz jetzt bei allen FIS-Rennen Pflicht

Für Weltcup-Athleten ändert sich nichts: Schnittschutz-Unterwäsche ist seit 2025/26 auf höchster Ebene vorgeschrieben (Weltcup, Weltmeisterschaften, Olympische Spiele, Kontinentalcups, Junioren-WM) (FIS). Neu ist die Breite: Die im Juli veröffentlichten FIS-Materialbestimmungen weiten die Pflicht ab 2026/27 auf alle alpinen FIS-Rennen aus (Ski Racing Media).

Die technische Anforderung bleibt: mindestens drei Sterne nach dem Prüfprotokoll FIS-DITF 2021, durchgehender Schutz vom Beckenkamm bis zum Schuhrand. Ziel ist, Schnittverletzungen durch Stahlkanten bei Stürzen zu verringern.

Orte und Kalender

Sölden: der Gletscher noch im Sommerkleid

Einen Monat vor dem Damen-Riesenslalom am Samstag, 24. Oktober, und dem Herrenrennen am Sonntag, 25. Oktober, sieht der Rennhang am Rettenbachferner nach einem sehr heißen Sommer noch nach Spätsommer aus. Pistenchef Isidor Grüner bleibt dennoch gelassen. Schnee aus dem vergangenen Winter, in drei Depots entlang des Steilhangs gelagert, bildet die Basis der Piste; im oberen Teil wird bereits Schnee aufgebracht (Tiroler Tageszeitung).

Nachrufe

George Gillett ist am 22. September in Denver im Alter von 87 Jahren gestorben. Als Eigentümer von Vail Associates ab 1985 trieb er die Investitionen in Vail und Beaver Creek voran, mit kuppelbaren Sesselbahnen, Pistenpräparierung und neuen Skiflächen, und holte die WM 1989 ins Tal. 17 Jahre war er Direktor im US-Skiverband und Ehrentreuhänder der Vail Valley Foundation, die bis heute die Birds-of-Prey-Rennen organisiert (Ski Racing Media).

Hubert Immler, der Vorarlberger Skischuh-Entwickler, ist am 15. September mit 64 Jahren gestorben (siehe Kasten unten).

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